MEEP auf Twitter MEEP RSS-Feed

Limbo

TEST: Schwarz und Weiß, aber nicht trist!

Ein Junge liegt im tiefen Gras – mitten in einem dunklen, nebligen und gehörig düsteren Wald. Alles ist schwarz-weiß, mehr als Silhuetten sind nicht zu erkennen. Plötzlich schlägt er die Augen auf – zwei weiß glühende Punkte in seinem Kopf. Er rappelt sich auf und kommt auf die Beine. Möge das düstere Schwarz-Weiss-Abenteuer Limbo beginnen.

limbo_test_artikel

Kein Menü, kein Tutorial, kein Intro – Limbo legt einfach los und lässt den Spieler vollkommen im Ungewissen. Warum steht da das sprichwörtliche Männlein im Walde? Was will es da überhaupt? Und warum ist alles in Schwarz und Weiss gehalten? Zumindest die letzte der Fragen lässt sich schnell beantworten: Weil es Stil und Atmosphäre dient und einfach super aussieht.

Die Suche
wonach?

Im Laufe der Hüpfe, Kletterei und Rätselknackerei offenbart Limbo tatsächlich noch den Grund, warum der kleine Junge von Links nach Rechts über den Monitor läuft, springt, rutscht klettert und allen Gefahren trotzen muss. Aber die Story ist es eindeutig nicht, die den düsteren Hüpfer ausmacht. Es sind das abwechslungsreiche Gameplay, die dichte Atmosphäre und die stilsichere Darstellung, die den Spieler über die kurzen 3 Schwaz-Weiß-Stunden tragen.

limbo_test_01

Per Tastendruck läuft und springt der Knirps über den Monitor. Viel mehr bietet Limbo in den ersten Minuten auch garnicht, um den Spieler zu gewöhnen – ganz puristisch und ohen jedes Tutorial. Macht aber nichts, die Steuerung ist einfach und eingängig. Mit einem Satz geht es über ein Wasserbecken, denn schwimmen kann der Knirps nicht. Kisten werden geschoben, Vorsprünge erklettert.

Gehopst wie
gesprungen

Um sein Ziel zu erreichen und nicht zuletzt zu überleben, muss der Dreikäsehoch allerlei Physikrätsel knacken und Geschicklichkeitseinlagen – oft auch unter Zeitdruck – meistern. Das Repertoire reicht vom einfachen Verschieben einer Kiste bis zum improvisierten Bau von Wippen. Tipps für des Rätsels Lösung gibt es nie, Nachdenken, Beobachten und Ausprobieren helfen hier eindeutig weiter.

Aber nicht nur steigenes Wasser, tonnenschwere Felsblöcke oder riesige Sägeblätter sind das Problem. Vor allem in der ersten Spielhäfte taucht immer wieder eine überdimensionale Spinne auf, vor der der Knirps nur fliehen kann. Andere Feinde muss der Spieler auch in Fallen locken, um sie aus dem Weg zu räumen.

Falle zu,
Kopf ab

Dass Limbo ab 16 Jahren freigegeben wurde, hat seine Gründe. Blut gibt es in Schwarz-Weiss bekanntlich nicht zu sehen, dafür wird der Kinrps immer wieder in seine virtuellen Einzelteile zerlegt. Bärenfallen lassen den Kopf purzeln, Spinnenbeine wirken sehr durchdringend. Und das Salz in der Suppe: Limbo zelebriert das Ableben immer wieder mit einer gehörigen Ladung schwarzem Humor.

limbo_test_03

Limbo ist kein Neuling. 2010 für die Xbox veröffentlicht hat Headup Games es als Box in den deutschen Handel gebracht. Und die bietet nicht nur eine besonders stilvolle Verpackung, sondern auch den beklemmenden Soundtrack, einen Knirps-Kopf-Aufkleber samt lichtdurchlässiger Augen und Artwork-Karten. Genau richtig für Sammler!

Pro / Con
  • tolle Atmosphäre
  • stilvolle Darstellung
  • einfache Steuerung
  • fordernde Rätsel
  • gelungene Düster-Akustik
  • belanglose Geschichte
  • 3 Stunden Spielzeit
  • teils harte Rätselnüsse
Fazit
Limbo ist eine kleine Indie-Perle: tolle Atmosphäre, tolles Gameplay, stilvoll in Schwarz-Weiß. Der düstere Hüpfer ist zwar nur drei Stunden kurz, über die Zeit aber durchweg spannend und fordernd. Und schließlich möchte man einfach wissen, warum denn nun das Männlein im Walde steht. Auch wenn die Story-Antwort darauf eher enttäuschend ist. - TA
Rating
8/10