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Hard Reset

TEST: Oldschool! Aber richtig alte Schule!

In der Zukunft geht es mit der Erde und der Menschheit bergab. Wieder einmal. Schlimmer noch, die Menschheit hat sich in einer letzten verbleibenden Stadt zusammengerottet – Bezoar. Doch auch dort ist es nicht sicher, und ein Konflikt zwischen den zwei größten Feinden der Menschheit entbrennt. Nun kann nur noch ein Mann helfen: Major Fletcher. Kampferprobt. Armeevetaran. Und einfach knallhart.

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Man braucht nicht erwähnen, dass der Spieler genau in diesem Moment ins Spielgeschehen einsteigt, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Fletcher für die folgenden sieben Stunden die virtuelle Haut des Spielers darstellt. Und die ist für die Menschheit wichtiger, als Fletcher selber weiß. Das alles klingt nach einer austauschbaren und klischeehaften Cyber-Story – und die ist es auch. Macht aber nix, Hard Reset motiviert auf anderen Wegen!

Immer
feste
drauf

Der Cyberpunk-Shooter verliert keine Zeit: Kaum in den schicken, düsteren Gassen von Bezoar angekommen, stürmt das erste Übel auf Fletcher zu. Und das gestaltet sich das komplette Spiel hindurch als kampflustige Maschinengegner und Maschine-Mensch-Mutationen in allen erdenklichen Größen – von der laufenden Mine bis zum grandios-großen Bossgegner. Diesbezüglich schöpfen die Entwickler wirklich aus den Vollen und bringen riesige Roboter oder monströse mechanische Spinnen auf den Monitor. Aber ob nun laufende Mine oder monströse Mech-Spinne – eins haben alle gemeinsam: Wo Fletcher vorbeischaut, bleibt kein Chip auf der Platine!

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Und so verbringt Fletcher seine Zeit fortan damit, endlos viele Maschinen in ihre Einzelteile zu zerlegen, einer handfesten Intrige auf die Spur zu kommen und lapidare Aufgaben a la „Drücke Schalter A um Tür B zu öffnen“ zu erledigen. Aber trotz der gradlinigen Action, der (so gut wie) nicht vorhandenen Abwechslung und der vorhersehbaren 0815-Story macht die Hard Reset: Extended Edition eine Menge Spaß – oder gerade deswegen.

Upgrade
online

Spektakulär zerlegte Widersacher lassen nicht nur einen Haufen Schrott, sondern auch Nützliches wie Munition, Medipacks, Energie und NANO-Packs zurück. In bunten Farben bleibt der Nachschub auf dem Schlachtfeld zurück und muss nur noch eingesammelt werden. Dabei kommt den NANO-Packs eine ganz besondere Aufgabe zu. Die Level des Shooters bieten übrigens erfreulich viele Verstecke, die verschiedene Verbrauchsgüter für knallharte Armeeveteranen bereit halten. Offene Augen lohnen sich!

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Hard Reset wartet mit einem Waffen- und Anzug-Upgrade-System auf. Fletcher hat gerade einmal zwei Schießprügel dabei, kann die an Stationen im Tausch gegen NANO-Packs upgraden. Prügel A wird so zum Maschinengewehr, Schrotflinte, Granat- und Raketen-Werfer. Die zweite Waffe deckt das volle Energie-Repertoire ab. Der Cyberpunkt-Shooter bietet so ein ziemlich cooles 10-in-2-Waffensystem – fünf Waffenmodi je Prügel. Als dritte und letzte Alternative lässt sich außerdem der Kampfanzug aufwerten.

Umgebung
im Auge

Die düsteren und neonerleuchteten Cyberpunk-Level von Bezoar sind nicht nur schick, sondern auch physikalisch hochaktiv. Explosive Fässer und Apperaturen reißen die Maschinen in den Tod, ebenso die Überspannung von Automaten. Wer ein wenig auf die Umgebung achtet, kann die Level fast überall in den Kampf mit einbeziehen. Bei der großen Menge an Gegnern, die Hard Reset Major Fletcher immer wieder auf den virtuellen Antihelden-Hals hetzt, sind die einen oder anderen Hilfsmittel auch durchaus willkommen.

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Das ist nicht nur cool, es sieht auch verdammt cool aus. Die Engine hat eine ganze Menge auf dem Kasten und spielt ihre Stärken in den zusätzlichen Levels der Extended Edition toll aus. Denn die sind nicht mehr nur innerhalb von Bezoar angesiedelt, sondern führen den Spieler auch außerhalb der Stadtmauern. Außerdem haben die Jungs und Mädels von Flying Wild Hog ein paar weitere Optimierungen an der Extended Edition vorgenommen. Das Spiel speichert zwar immernoch nur automatisch, nun aber mit deutlich fairer verteilten Speicherpunkten.

Pro / Con
  • tolles Leveldesign
  • schnelle Oldschool-Action
  • kraftvolle Soundkulisse
  • cooles Cyberpunk-Setting
  • fette Bossgegner
  • 10-in-2-Waffensystem
  • geringe Gegnervielfalt
  • recht belanglose Story
  • kein freies Speichern
Fazit
Hard Reset ist ein Shooter der guten, alten Schule: Brachiale Action ohne Ende, toll in Szene gesetzt. Dass dabei unter all dem Elektroschrott auch die Story begraben wird ist nicht weiter schlimm, mehr als zweckmäßig ist die nämlich nicht. Auch die geringe Gegnervielfalt ist wieder vergessen, wenn Major Fletcher wieder einmal vor einem der fetten Bossgegner steht. Und von denen fährt Hard Reset so einige auf! - TA
Rating
8/10