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Mantis Burn Racing

TEST: Rennen aus der Vogelperspektive

„Früher war alles besser!“ Schon mal gehört? Ganz bestimmt. Zugegeben, es gibt Gründe, die eher für ein Früher als ein Später sprechen: Früher war mehr Lametta! Und früher waren mehr Top-Down-Renner! Schon mal gehört? Noch nie? Ganz einfach erklärt an einem natürlichen Beispiel: Ein Rennspiel aus der Sicht eines Vogels, der beim Fliegen in einer geraden vertikalen Linie auf die Erde starrt. Und dabei immer über ein und demselben Autodach flattert und jede Richtungsänderung mit macht.

Mantis Burn Racing im Test!

Früher kamen Top-Down-Renner öfter vor. Ein mittlerweile nicht ganz unbekanntes finnisches Studio namens Remedy Entertainment hat die eigene Entwickler-Karriere auch mit einem Vogel-Perspektiven-Renner begonnen, der auf den Namen Death Rally hört. Hier kam außerdem noch die Komponente „Mach kaputt was dich kaputt macht“ dazu. Die VooFoo Studios gehen mit Mantis Burn Racing einen weniger explosiven und bleihaltigen Weg. Ihre Intention: Oldschool-Top-Down-Racing-Action angepasst auf das Jahr 2016.

Mach‘s mit
Erfahrung

Also grafisch hübsch. Und natürlich inklusive Level-Up-System. Sonst lockt auch ein Rennspiel heutzutage scheinbar keinen Spieler mehr vor die Röhre. Mantis Burn Racing ist mit von der Partie, in der Karriere geht es neben der Wurst und dem Sieg außerdem um erfahrene Erfahrungspunkte, die in Level-Aufstiegen münden. Wer seinen Boliden immer unter den ersten Dreien platzieren kann, klettert schnell die Level-Leiter nach oben und bekommt neue Teile und Verbesserungen spendiert, mit denen der eigene Wagen immer höher, schneller und weiter fliegt bzw. fährt.

Mantis Burn Racing im Test!

Federung, Gangschaltung, Boost, Motorisierung, Reifen und Leistung werden so verbessert. Folge-Upgrades verändern auch leicht das Äußere der insgesamt neun Boliden, die sich auf die Klassen „Leicht“, „Mittel“ und „Schwer“ verteilen. So reicht die virtuelle Garage vom leichten Buggy über den mittelschweren Sportler bis zum schweren sechsrädrigen Renn-Truck. Bei allen Upgrades, Verbesserungen und Klassen will Mantis Burn Racing aber trotzdem vor allem eins: Als Top-Down-Renner Spaß machen. Und das klappt. Aber nicht weil die Karriere an sich umwerfend spannend inszeniert wäre.

Lauf,
Mantis!

Das Herz von Mantis Burn Racing schlägt unter der Haube – und zwar direkt auf der Piste. Kaum springt die Start-Ampel auf Grün zaubert der Renner ein angenehm nostalgisches Feeling auf den Monitor. Die kleinen Boliden flitzen los, schleudern um Kurven und springen über Sanddünen. Die Steuerung fühlt sich gut an – egal ob mit dem Gamepad oder der Tastatur. Wer die Augen offen hält (ist beim Fahren sowieso meist besser), nimmt noch die eine oder andere Abkürzung mit, die mit ein paar Zentelsekunden weniger auf der Uhr für die Entscheidung sorgen kann. Die KI-Gegner sind mitunter ganz schön flott unterwegs.

Mantis Burn Racing im Test!

Solisten dürfen sich mit der Karriere in sieben Stufen vergnügen. Wer auf mehr menschliche Spieler und mehr Action steht, hat verschiedene Möglichkeiten. Der Vogel-Perspektiven-Renner kann via Steam herkömmlich online mit bis zu sieben menschlichen Gegnern gespielt werden. Hier gibt es auch wöchentliche Herausforderungen mit Weltrangliste. Wer es dann noch so richtig oldschool haben möchte, der spielt mit drei Freunden – eng und kuschelig – am geteilten Bildschirm an einem Rechner. Ein ganz ganz dicker Pluspunkt, denn wo hat man das schließlich heute noch?

Pro / Con
  • Cooles Oldschool-Feeling
  • Splitscreen-Modus!
  • Eingängige Steuerung
  • Level-Up-System
  • Technisch ansprechend
  • Toller Elektro-Soundtrack
  • Wenig Kampagnen-Motivation
  • Fummelige Menüs
  • Nur neun Fahrzeuge
  • Kamera manchmal unübersichtlich
Fazit
Mantis Burn Raching ist wie ein Stundenhotel: Perfekt für die kleine schnelle Nummer zwischendurch. Das Oldschool-Feeling macht Laune, der Renner sieht gut aus, das RPG-Level-Up-System aus der Vogelperspektive ist rund. Alleine geht dem Renner aber trotzdem flott die Puste aus - es fehlt an Motivation. Besser macht es hier der Mehrspieler-Modus, der mit vier oder acht Spielern erfreulich viele Möglichkeiten bietet und im Netzwerk oder am geteilten Monitor auch gleich verdammt viel geteilten Spaß mitbringt! - TA
Rating
7/10