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Past Cure

GC17: Fight Club vs Inception vs John Wick!

Es ist noch gar nicht so lange her, da brauchte es vor allem zwei “M”-Faktoren, um eine spielenswert-spannende Erfahrung auf den Schirm zu bringen: Manpower und Moneypower. Und meist kam auch noch der “Z”-Faktor dazu: Zeit. Viel Zeit. Das Ergebnis: Viele Menschen verbrachten viel Zeit damit viel Geld in die Entwicklung eines Spiels zu versenken. Seitdem hat sich die Welt der Videospiele-Entwicklung ein paar Mal um sich selbst gedreht – zum Glück, muss man sagen! Die Branche hat die Karten neu gemischt und kleine Indies zeigen den Dinosauriern heute wie der kreative Hase läuft – und wohin.

PAST CURE Look von der gamescom 2017!

Einer der kreativen Hasen ist das Berliner phantom 8 studio. Alles begann mit der Idee, (möglichst moderat) ein hochwertiges Spiel zu entwickeln – im zeitlich kurzen Rahmen für möglichst viele Spieler. Das Ergebnis nennt sich PAST CURE und ist ein “Third-Person-Stealth-Action-Game”. Oder kurz und knapp: Ein Actioner mit Schleicheinlagen. Protagonist ist Ian, der mit Spezialfähigkeiten ausgestattet ist, aber nicht weiß warum. Was läge also näher als genau das herauszufinden? Und so machen sich Ian und der Spieler auf den Weg, in zwei Welten hinter das düstere Geheimnis zu kommen.

Zwei
Welten

In zwei Welten? Jap, ganz genau! Die Entwickler stellen der sehr cleanen Realität eine düstere Alptraum-Welt gegenüber, die dreckig und kaputt an die guten alten Silent Hill-Zeiten erinnert. Und ähnlich gefährlich ist die Welt: Ian muss beispielsweise durch ein altes Gefängnis schleichen – immer Richtung Ausgang. Dabei darf er sich von kontrastreich strahlend-weissen Widersachern nicht erwischen lassen, denn sonst geht’s ihm an den Kragen. Den weissen Riesen hat er nicht allzu viel entgegen zu setzen und sollte ihnen tunlichst ausweichen, sonst ist der Alptraum ziemlich schnell vorbei.

PAST CURE Look von der gamescom 2017!

Geschlichen wird – neben handfester Action – auch in der realen Welt. Zu sehen gab es eine Szene in einem Parkhaus: Ian muss von A nach B, dazwischen warten und patroullieren ein paar Widersacher. Er turnt von Deckung zu Deckung, kriecht unter Autos und schaltet die Gegner möglichst ungesehen im Nahkampf aus. Sonst gibt’s Alarm, das Böse rottet sich zusammen und mangels Schusswaffe ist alles ganz schnell vorbei. Das Vorgehen in den Levels steuern die Entwickler übrigens über die Menge der Munition: Ausreichend Munition bedeutet “Baller-Action erlaubt”. Das ist mit wenig Munition natürlich auch möglich, wird aber ein Himmelfahrtskommando. Spezialfähigkeiten hin oder her.

Lecker’
Mischung

Bei phantom 8 studio hat man ein Rezept ausgetüftelt, das eine coole Mischung aus Story und Gameplay ergeben soll: Man nehme 25% Action, 25% Stealth, 25% Thriller und 25% Horror. Kräftig verrühren und mit Inspirationsquellen wie Fight Club, Inception und John Wick verfeinern. Klingt schon mal ganz lecker – zumal die Entwickler als Sahne-Topping auch noch eine “ziemlich abgefahrene” Story versprechen, die mit allerlei Twists und Überraschungen aufwarten soll. Scheinbar auch mit einem gewissen Quäntchen Anspruch, denn von Entwickler-Seite ist man sich nicht sicher, ob jeder die Geschichte direkt verstehen wird.

PAST CURE Look von der gamescom 2017!

Übrigens befindet sich PAST CURE erst seit März 2016 in Entwicklung. Ich nehme euch das Fingerzählen ab – es sind 19 Monaten. In der Zeit haben phantom 8 studio (insgesamt zehn Mitarbeiter) auf Basis der Unreal Engine 4 das Spiel gebaut, mit MMA-Stars Motion Capture-Aufnahmen für die Kämpfe gesammelt und das 3D-Scanning im gleichen Studio wie Hellblade: Senuas Sacrifice gemacht. Ein fixes Datum gibt es bisher noch nicht, aber man möchte das Spiel auf jeden Fall noch in diesem Jahr veröffentlichen – komplett in Eigenregie. Warum? Anfangs wollten die Publisher PAST CURE nicht. Jetzt wollen die Berliner die Publisher nicht mehr.

Pro / Con
  • Third-Person-Shooter
  • Unreal Engine 4
  • zwei Welten
  • wendungsreiche Story
  • 6-8 Stunden Spielzeit
  • Release Ende 2017
Fazit
Geschichten rund um Gedächtnislücken sind nicht gerade neu, aber Past Cure sieht gut aus und fühlt sich auch so an. Wenn man bedenkt, dass die Jungs von phantom 8 studio erst 19 Monate am Spiel schrauben - Respekt! Wie gut aber schlussendlich das Zusammenspiel der 25%-Backmischung samt Inspirations-Topping und der versprochenen anspruchsvollen und abgefahrenen Geschichte klappt, wird sich zeigen. Gemessen an dem, was es bisher zu sehen und auf der gamescom auch zu spielen gab, sollten sich Actioner und Schleicher Past Cure auf jeden Fall vormerken. Ich für meinen Teil freue mich auf jeden Fall drauf! - TA
Rating
-/10