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Absolver

TEST: Jetzt gibt’s so richtig auf die Maske!

Das Adal-Imperium ist gefallen. Und die neuen Herrscher entscheiden, wer es wert ist, ein Teil des Elite-Kaders der Gesetzeshüter zu werden – ein Absolver. Die Anwärter werden in einer Kampfkunstschule ausgebildet und dann ausgesandt, um aufgegebene Landstriche zu durchqueren. Wer sich durchsetzen kann, wird ein Absolver. Wer zurück bleibt, endet als Gezeichneter. Und da niemand gerne gezeichnet sein möchte, besteht die Aufgabe darin, sich als Anwärter durch die Lande zu kämpfen und dabei den Gefallenen noch ein paar Schläge mehr auf die Maske zu hauen.

ABSOLVER im Test!

Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn ABSOLVER versteht sich als überaus handgreiflicher Online-Nahkämpfer. Aber bevor es für potenzielle Anwärter Richtung gefallenes Imperium geht, muss ein Charakter her. Und der wird im mehr oder weniger umfangreichen Editor zusammengepuzzelt: Geschlecht, Hautfarbe sowie Haarfarbe und -form und fertig ist der gesichtslose Anwärter. Gesichtslos? Jawoll – denn jeder Charakter in der malerischen Welt trägt ein Maske. Und warum das? Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. In Sachen Story begnügt man sich frei nach dem Motto “Weniger ist mehr”.

Krieg der
Welten

Einigen wir uns einfach darauf, dass es mit Masken cooler aussieht. Punkt. Und um der Wahrheit die Ehrlichkeit zu geben, liegen die Stärken des Online-Kämpfers auch nicht in Story und Erzählmechaniken. Sondern in der Frage: Was ist ABSOLVER eigentlich? Dröseln wir es ein wenig auf: Der Actioner bezeichnet sich selbst als Online-Nahkämpfer und bietet eine große und offene Spielwelt. Hier dürfen Spieler offline durch die Gegend streifen und feindlich gesonnenen KI-Kämpfern auf die Maske hauen. Alternativ gibt’s die Möglichkeit kooperativ mit Mit-Anwärtern zu prügeln oder sich in Online-Modi zu probieren.

ABSOLVER im Test!

Der Clou: Alles passiert in einer Welt. Stolpert man KI-Gegnern über den Weg, kommt’s direkt zum Kampf – eine Alternative gibt es nicht. Mit menschlichen Spielern sieht das anders aus. Da es in ABSOLVER keine Chat-Funktion gibt, funktioniert jegliche Art der Kommunikation über die Körpersprache. Und die will schon richtig interpretiert werden, da man sonst schnell einem Spieler auf die Zwölf gibt, der eigentlich nur ein paar kooperative Prügel-Runden im Sinn hatte. Und menschliche Widersacher machen einem das Masken-Anwärter-Leben bedeutend schwerer!

Auf’s Maul!

Und da sind wir beim Herzstück von ABSOLVER angekommen: Dem Kampfsystem. Der erste Grundstein wird mit der Wahl einer von drei Charakterklassen im Editor gelegt, im weiteren Verlauf mixt der Masken-Nahkämpfer einen hochprozentigen Auf’s-Maul-Cocktail aus verschiedenen Attacken, Ausweichen, Blocken und Spezialkräften. Und hier schaffen die Entwickler von Sloclap eine beachtliche Gratwanderung, denn die Kabbeleien in ABSOLVER sind im Grund schnell und einfach zu erlernen, aber wer einmal ein gefürchteter Masken-Meister werden möchte, braucht verdammt viel Übung und Ausdauer.

ABSOLVER im Test!

Die Hau-drauf-Grundzüge vermittelt das Spiel zu Beginn in Übungskämpfen, danach darf der Spieler sein Masken-Ego im Übungsmodus weiter kennenlernen. Dafür wird außerhalb der Kämpfe in den Meditationsmodus gewechselt. Hier werden auch Erfahrungspunkte verteilt, die dann auf verschiedene Stärken angewendet werden, um so etwa die Lebensenergie ein wenig zu pushen. Erfahrungspunkte schüttet ABSOLVER aber nur für gewonnene Kämpfe aus, Mitleidspunkte gibt es für Anwärter nicht! Von besiegten Gegnern oder Bossen gibt’s außerdem neue Angriffe, die in die eigenen Sets eingeflochten werden dürfen.

Maskierte
Zukunft

Wer sich nur offline mit computergesteuerten Masken prügelt, kann sich in der Regel stur “durchboxen”. Der taktische Anspruch an die Kämpfe ist vergleichsweise gering. Menschliche Widersacher sind deutlich fordernder, aber aktuell nur als zufällige PvP-Kloppereien verfügbar. Wer gerne einmal seinem besten Freund den Solarplexus massieren möchte braucht entweder verdammt viel Glück, oder muss sich gedulden, bis die Entwickler die PvP-Kämpfe gegen Freunde integrieren. Ebenfalls angekündigt aber noch nicht enthalten sind Drei-gegen-Drei-Duelle mit menschlichen Widersachern.

ABSOLVER im Test!

Mehr Inhalte für die Zukunft von ABSOLVER sind auch nötig. Der aktuell Stand des Online-Nahkämpfers (Version 1.07) ist eine solide und interessante Basis, die noch viel Raum für (nötige!) weitere Inhalte bietet. Die Entwickler sollten sich vor allem um mehr Spieltiefe und Langzeitmotivation kümmern – die angekündigten PvP-Möglichkeiten und ein paar Modi wären nicht schlecht. Technisch läuft alles soweit rund, seit die letzten Patches einige Server-Probleme beseitigt haben. Nix zu meckern gibt es rein äußerlich: ABSOLVER punktet mit einem stimmungsvollen Low-Poly-Look und einer toll inszenierten Masken-Spielwelt.

Pro / Con
  • Umfangreiches Kampfsystem
  • Fordernde PvP-Kämpfe
  • Gestaltbare Kampf-Sets
  • Guter Einstieg ins Spiel
  • Stimmungsvoller Low-Poly-Stil
  • Dröge, blasse Story
  • Aktuell wenig Tiefe & Langzeit-Motivation
  • Fehlende PvP-Mechaniken
Fazit
Der Release von ABSOLVER legt den Grundstein für eine Online-Hau-drauf-Action, die noch einiges Potenzial birgt. Wenn die Entwickler sich um die angekündigten PvP-Modi kümmern gibt’s auch mehr Tiefe und Motivation für die maskierten Prügler. Der Kampf gegen die computergesteuerten Kämpfer ist dabei eher das Aufwärm-Häppchen für Zwischendurch, die wirklich fordernden Kämpfe gibt’s mit menschlichen Widersachern. Ob genau das Potenzial zukünftig genutzt wird, entscheiden die Entwickler selbst. - TA
Rating
8/10