MEEP auf Twitter MEEP RSS-Feed

RUINER

TEST: KILL BOSS! KILL BOSS! KILL BOSS! KILL BOSS!

Der Volksmund weiß: “Blut ist dicker als Wasser”. Und dabei geht es weniger um die liquide Konsistenz, als um die tiefere Bedeutung der fünf Worte. In etwa zu übersetzen mit: “Familie ist wertvoll”. Stichwort: Blutsverwandtschaft. Und was tut man schließlich nicht alles für die liebe Verwandtschaft? Dröge Weihnachtsessen absitzen – langweilige Geschenke inklusive. Oder langweilige Geburtstage überleben – dröge Geschenke inklusive. Oder entführte Geschwister mit knalliger Waffengewalt aus den Fängen von übellaunigen Entführern befreien.

RUINER im Test!

So oder so ähnlich fängt auch in RUINER alles an. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines verkabelter Soziopathen, der eine Maske vorm Gesicht trägt. Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich einfach weils cool aussieht. Sein Bruder wurde entführt und wird von düster-dunklen Unterweltmächten und einem korrupten Herrschaftssystem gefangen gehalten. Der Soziopath mit der Maske fackelt nicht lange und eilt heldenhaft zu Hilfe – mit allerlei interessanten Fähigkeiten und Bewaffnung, versteht sich. Der ganze korrupte Abschaum will schließlich stilecht ausgerottet werden!

KILL BOSS!

Die Zukunft in Reikon Games Actioner RUINER zeichnet, ist vergleichsweise düster – angesiedelt in der Cyber-Metropole Rengkok im Jahre 2091. In einer asiatisch angehauchten Welt zwischen Cyber-Glanz und Zukunfts-Müll, in der riesige Konzerne die Strippen ziehen und das menschliche (oder halb-menschliche) Individuum keinen müden Credit wert ist. Und wie es sich für einen Soziopathen, der etwas auf sich hält, gehört, hört er Stimmen: Eine geheimnisvolle Hackerin hat sich in seinen Gehirnwindungen eingenistet, nennt ihn “Welpe” und gibt Anweisungen und Tipps.

RUINER im Test!

Der Soziopath mit der Maske lässt es gehörig krachen! Nicht aus der Ego- oder Verfolger-Perspektive, sondern mit fixer, isometrischer Kamera – ein typischer Top-Down-Shooter eben. Und wie es sich gehört, geht’s dabei mit einem Mordstempo zur Sache. RUINER brennt dabei ein ordentliches Feuerwerk ab – im wahrsten Wortsinn. Die Waffen sind gerne futuristisch und großkalibrig und zerlegen die Schergen des korrupten Herrschaftssystems effektiv in ihre Einzelteile. Blut ist eben dicker als Wasser – und virtuelles Blut gibt es in RUINER in rauen Mengen.

KILL BOSS!

Auf der Suche nach dem eigenen Bruder geht’s durch verschiedene Bereiche von Rengkok: Einen schmutzigen Innenstadt-Bereich, noch schmutzigere Bereiche im Untergrund oder industrielle Abschnitte. Dabei bewegt man sich nicht über eine offene Karte, sondern folgt dem Spiel- und Levelverlauf – einen eigenen Weg gibt’s nicht. Die Level selbst unterteilen sich dann zusätzlich in mehrere Abschnitte, die von den Entwicklern wie Arenen inszeniert sind: Der Spieler stolpert in einen Raum, alle Ein- und Auswege werden verriegelt und Gegner rollen in Wellen heran.

RUINER im Test!

Nun gilt es ständig in Bewegung zu bleiben und die Fähigkeiten zu nutzen, die der Soziopath mit der Maske nach und nach lernt und auflevelt: Ein Energieschild gegen feindliche Salven, einige Prozent Selbstheilung, Energiestöße gegen feindliche Truppen oder eine schnelle Sturmbewegung, die gegen die Feinde, aber auch zum ausweichen eingesetzt werden kann. Generell gilt: Die Fähigkeiten lassen sich zu besonders effektiven Kombos gegen die Gegnerwellen verketten. Verbessert werden sie durch gesammelte Erfahrungspunkte, die es für erfolgreich gesäuberte Bereiche und besiegte Widersacher gibt.

KILL BOSS!

Ganz typisch Top-Down-Shooter ist RUINER schon auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad gerne immer wieder bockschwer. Kein Wunder, steht man in den Arena-Bereichen schnell einmal 15 oder mehr Gegnern gegenüber, die etwas gegen lebendige Soziopathen zu haben scheinen. Einfaches Ballern und Ausweichen reicht hier nicht mehr aus – hier muss auch der Einsatz der Fähigkeiten sitzen und gut getimt sein. Ganz zu schweigen von den Bossgegnern, mit denen man es auf dem bleihaltig-blutigen Weg durch Rengkok immer wieder zu tun bekommt. Die bringen nämlich noch ein paar von ihren “durchschnittlichen” Freunden zur Party mit. Da ist Bombenstimmung garantiert!

RUINER im Test!

Und die ganze “Soziopath gegen düster-dunklen Unterweltmächte und korrupte Herrschaftssysteme”-Geschichte sieht auch noch bombig gut aus. Der asiatisch angehauchte Stil ist ziemlich cool, dazu gibt es ein stimmiges Spieldesign gepaart mit dem, was die Unreal Engine 4 so auf dem Kasten hat: Düstere Levels, knallige Explosionen und coole Effekte. Reikon Games mischt die RUINER-Mixtur noch mit einem interessant-eigenwillig-coolen Soundtrack, der psychedelisch-minimalistisch perfekt zum Gemütszustand des netten Soziopathen von nebenan passt.

Pro / Con
  • Cool inszenierte Action!
  • Toller Art-Style
  • Knallige Inszenierung
  • Perfekte Sound-Untermalung
  • Fähigkeiten kombinierbar
  • Story quasi nicht vorhanden
  • Stellenweise verdammt schwer
Fazit
RUINER ist eine verdammt stimmige Mischung. Das, was Reikon Games da alles in einen Topf geworfen und ordentlich verrührt hat, schmeckt: Der nette Soziopath mit der Maske ist ein Anti-Held par excellence, man fragt sich gar nicht erst, warum er gefühlt halb Rengkok in seine Einzelteile zerlegt. Zugegeben: An der umwerfend spannenden Story liegt es nicht - hier schwächelt RUINER. Dafür geht’s in Sachen Gameplay ordentlich zur Sache: Die Action ist verdammt schnell, knallig und fühlt sich gut an. Rein äußerlich gibt es nichts zu meckern, akustisch auch nicht. Wer’s schnell mag, der ist in Rengkok anno 2091 genau an der richtigen Adresse! - TA
Rating
8/10